Roda JC Kerkrade - De Graafschap Doetinchem 3:1 (1:0) am 28.02.2009 um 19:45 Uhr
Am Wochenende 28.02./01.03. war der Spielplan der höchsten Niederländischen Spielklasse, der Eredivisie, auf meiner Seite:
Kerkrade & Enschede, beide Städte grenzen an die Bundesrepublik, spielten beide so, dass man eine schöne WE-Ticket-Tour machen konnte.
An einem frühen Samstag machte ich mich auf den Weg nach Aachen, wo man nach guter zehnstündiger Zugfahrt auch ankam.
Dann mit dem Bus ab zum Hotel (das WE-Ticket gilt in Aachen genialerweise als Fahrschein) um den Rucksack loszuwerden und danach ebenfalls mit dem Bus ins nah gelegene Kerkrade (das WE-Ticket gilt eigentlich nur bis zur Grenze, aber auf der Hinfahrt hat es keinen interessiert und auf der Rücktour ließ mich des Busfahrer als er hörte, dass ich vom Fussball kam und Kerkrade gewonnen hatte, so mitfahren).
Als erstes besorgte ich mir eine Eintrittskarte für 15 €, wofür man normalerweise eine Fancard benötigt. Ich hatte mich aber vorher informiert und bei Ausländern wird nur der Personalausweis kopiert und schon kann man eine Karte käuflich erwerben.
Das Parkstad Limburg Stadion, idyllisch in einer Art Gewerbegebiet in direkter Nachbarschaft zu u.a. einem Fast-Food-Tempel, einem Baumarkt und einem Solarium gelegen, ist ein reiner sog. All-Seater, d.h. es gibt keine Stehplätze.
Im Stadion dann der Kracher!
Man konnte nicht mit Bargeld bezahlen, um dem Konsum zu frönen.
Es gab auch keine Chipkarte für electronic cash, sondern Pappgeld!!!
Es gab einen Wechselstand wo ich für 10 € bei 1 € Rückgeld 5 Papp-Taler bekam.
Drei von diesen Talern tauschte ich gleich gegen ein leckeres großes Bier (0,5 l) und eine Wurst im Brötchen um.
Blieben also noch 2 Taler übrig – jene investierte ich auch in ein Bier, hätte aber normalerweise ½ (!!!) Papptaler Wechselgeld zurück bekommen, den haben ich dann aber als Trinkgeld der Bedienung gelassen…komisch das ganze.
Ganz überraschend gab es das Stadionmagazin kostenlos und im ungewohnten Format von 16x12 cm – sehr handlich.
Ich sass auf einer der beiden Hintertortribünen, so dass ich links von mir den Gästeblock hatte, daher konnte ich leider nicht genau erkennen, wie gefüllt jener war, aber die Gäste ließen das ein oder andere mal ihre Schlachtgesänge hören.
Der harte Kern der Roda-Fans sammelte sich auf der gegenüberliegenden Seite, dies aber mit ca. 15 Minuten Verspätung (ich gehe davon aus, dass dies eine Protestaktion gegen die geplante Fusion mit Fortuna Sittard zum FC Limburg war) was der Rest des Stadions mit Pfiffen quittierte.
Das Spiel vor 12900 Zuschauern war, wenn man die Tabelle bedenkt (Roda drittletzter, De Graafschap vorletzter), recht ansehnlich und es vielen 4 Tore, wovon ich aber leider nur 3 sah.
Denn aufgrund des Busfahrplanes musste ich ca. 5 Minuten vor Abpfiff meinen Platz verlassen und gerade als ich die Treppenhaus im Innenraum betrat, empfing mich der Jubel der Massen, denn das 3:1 war gefallen – shit happens…
Kleine Anekdote am Rande: Da ich beim Umsteigen am Aachener Bushof noch Zeit hatte, wurde ein nahegelegener Pub aufgesucht.
Dort wollte man allerdings 5 € Eintritt wegen einer Live-Band haben, welche ich nach kurzem Überlegen auch bezahlte. Als ich aber am Tresen ankam, um mir ein Getränk zu bestellen, dann der Flop, denn der Frontmann erklärte über Mikrofon „so nun unser letztes Stück für heute“!!!
Nach dem Lied und einer Zugabe war dann tatsächlich Schluß mit der Live-Musik und dem Kassierer hätte ich daher gerne etwas Böses angetan…
Martin Schaup