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DFB-Pokal-Tour

FC Augsburg - MSV Duisburg 5:0 (1:0) am 27.10.2009 um 20:30 Uhr

Nach einer kleineren Hopping-Pause packte mich wieder das Fernweh und es lockte das Achtelfinale im DFB-Pokal, wo es die Auslosung und die anschließende Terminierung gut mit mir meinte, denn ich konnte innerhalb von zwei Tagen zwei neugebaute Stadien besuchen.

Los ging es am Dienstag um 5 Uhr von Flensburg nach Augsburg für nur 39 Euro mit dem Dauerspezial der Bahn.
Gegen 14 Uhr erreichte ich Augsburg um mich dort im FCA-Cafe mit einem Ticket für das Spiel einzudecken (das FCA-Cafe befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und der FC Augsburg bietet dort auch am Spieltag noch Karten ohne Vorverkaufsgebühr an).
Die Stehplatzkarte hinter dem Tor kostete mich 12 Euro, berechtigt aber immerhin zur Nutzung des ÖPNV vor und nach dem Spiel.
Danach wurde das Hostel aufgesucht, in dem ich mir für eine Nacht ein Bett in einem 4-er Zimmer für 19 Euro gebucht hatte, um mein Gepäck loszuwerden und Kraft für das abendliche Spiel zu sammeln.

Gegen Abend machte ich mich per S-Bahn auf den Weg zum Stadion, welches im Gegensatz zum alten, relativ Zentral gelegenen Rosenaustadion, wo der FCA jahrzehntelang seine Heimspiele ausgetragen hat, aber den sog. Anforderungen des modernen Fußballs leider nicht mehr gerecht wird, am A…. der Welt liegt.
Gute 20 Minuten Fahrt müssen also vom Hauptbahnhof eingeplant werden.

Am bzw. im Stadion – die sog. Impuls Arena - dann elektronische Einlasskontrollen und wenn einem das Bedürfnis nach Essen oder trinken quält, dann muß man sich eine sog. FCA-Card besorgen, denn mit Bargeld kann man leider nicht bezahlen.
Diese Card besorgt man sich bei einem der herumlaufenden Kartenausgeber und es werden zusätzlich zum Betrag, den man aufladen möchte, 2 Euro Pfand für die Karte kassiert.

Danach gönnte ich mir aber erstmal ein schönes bayrisches Bier (0,4 L für 3 Euro) und eine helle Wurst im Brötchen (auch 3 Euro).
Später dann noch eine rote Wurst (auch 3 Euro) und einen sehr leckeren Glühwein (0,3 L für 3 Euro) – ich weiss nicht, was man in Bayern in den Glühwein hineinmischt, aber dort schmeckt er immer vorzüglich; dies kann ich aus Erfahrung sagen.

Zum Bezahlen wird die FCA-Card übrigens einfach auf ein Display am Verkaufstresen gelegt und der fällige Betrag wird einfach abgebucht.
Zum Glück konnte man während des Spiels an einem Schalter seine FCA-Card zurückgeben und sich das Restguthaben auszahlen lassen, so ersparte man sich Wartezeit nach dem Spiel.

Insgesamt ist das System des elektronischen Bezahlens für Personen, welche eine Dauerkarte besitzen bzw. den FC Augsburg relativ häufig besuchen, bestimmt ein Vorteil. Für Gelegenheitsbesucher wie mich aber eher eine lästige Qual und Zeit spart man meiner Meinung auch nicht; denn wenn man die Minuten, welche ich benötigt habe, um mir eine Karte zu besorgen und diese danach wieder abzugeben zum Einkauf dazurechnet, dann hätte ich in den selben Zeit auch mit Bargeld am Tresen zahlen können und mir Wechselgeld rausgeben lassen können.
Aber naja…

Das Spiel besuchten heute 12203 Zuschauer und sie sahen ein eindeutiges 5:0 für den FCA, so daß der Verein, das erste mal in seiner Geschichte das Viertelfinale im DFB-Pokal erreichte.
Wie sich einige Tage später herausstellen sollte, war es auch das letzte Spiel für Duisburg-Trainer Peter Neururer – Sachen gibt’s…

Das Stadion selber ist ein moderner Zweckbau, welches direkt an der Autobahn liegt und in dem etwas über 30000 Zuschauer Platz finden.
Die meisten davon auf schicken weinroten Schalensitzen; lediglich im Gästebereich und hinter einem Tor findet man Stehplätze.
Eröffnet wurde das Stadion im Sommer 2009 nach ca. 2-jähriger Bauzeit und neben dem FCA, der dort seine Heimspiele austrägt, sind dort auch Spiele der Frauen-WM 2011 geplant.

Nach dem Spiel ging es dann mit einer der Zahlreichen Sonderbahnen zurück in die Innenstadt, wo ich den Abend gemütlich ausklingen ließ bevor ich mein Domizil für die Nacht aufsuchte.

1899 Hoffenheim - TuS Koblenz 4:0 (0:0) am 28.10.2009 um 20:30 Uhr

Am nächsten morgen fuhr ich dank des von der Deutschen Bahn neu geschaffenen „Quer-durchs-Land-Ticket“ (gültig ab 9 Uhr im bundesweiten Nahverkehr für 34 Euro bei einer Person; jede weitere von max. 5 Personen kostet 5 Euro mehr) günstig von Augsburg nach Mannheim, um dort mein Hotelzimmer aufzusuchen.

Am späten Nachmittag ging es dann mit der Bahn nach Sinsheim, wo die TSG…uupps…1899 Hoffenheim bzw. der Gönner Dietmar Hopp die Rhein-Neckar-Arena hat bauen lassen.

Hoffenheim ist übrigens ein Teil der Gemeinde Sinsheim und dort steht auch das Dietmar-Hopp-Stadion, wo der Verein sonst immer gespielt hat, welches aber mit nicht einmal 7000 Plätzen viel zu klein für den Besucherandrang nach dem Aufstieg in die Bundesliga ist.

Das neue 30.000er-Stadion, direkt an der Autobahn gelegen und vom Bahnhof Sinsheim mit Shuttle-Bussen erreichbar, sieht von aussen, finde ich jedenfalls, wie ein grosses Einkaufszentrum aus und ist, genau wie Augsburg, auch Austragungsort der Frauen-WM 2011.

Stehplätze gibt es hier – auch wieder genau wie in Augsburg – nur hinter dem Tor für die Heimfans und im Gästeblock.
Leider waren, bis auf den Gästesektor, alle Stehplätze ausverkauft und ehrlich gesagt hatte ich keine große Lust die Kontrollen am Gästeeingang zu testen, so daß ich mir einen Sitzplatz hinter dem Tor für läppische 20 Euro gönnte…und das gegen TuS Koblenz – naja…

Am Ende gesellten sich 18049 Zuschauer zu mir und sahen eine langweilige erste Halbzeit, sowie eine bessere zweite Halbzeit, in der Hoffenheim auch alle 4 Tore des Tages schoss.

Voll genervt hat übrigens der Fansong von Hoffenheim – „wir sind Hoffe“. Was für ein Quatsch; hier für Ohr-Masochisten:

www.youtube.com/watch

Völliger Quatsch für Gäste wie mich auch hier das elektronische Zahlsystem, sehr ähnlich dem Gegenstück in Augsburg.

Leider gab es keine regionale Biermarke zum testen, sondern Bitburger (0,4 L für 3,10 Euro).
Wurst gab es in der hellen (2,90 Euro) und der „feuer“ Variante (3 Euro), jeweils geschmackstechnisch ok.

Nach dem Spiel dann erstmal das Pfand der – nennen wir sie mal – Hoffe-Card an einem Schalter ausserhalb des Stadions zurückgeholt, da ein Umtausch während der Spiels im Stadion leider nicht möglich war (ein grosser Minuspunkt!) und dann ab nach Mannheim ins Hotel.

Am nächsten Tag gönnte ich mir dann lächerliche 12 Stunden Zugfahrt von Mannheim, über Frankfurt, Fulda, Göttingen, Uelzen, Hamburg und Neumünster nach Flensburg – aber wieder nur für 34 Euro (s. o.).

DFB Pokal Tour

by d-signwelt